Geschichte der FF Aubing

 Als Aubinger Feuerwehr können wir auf eine lange Geschichte zurückblicken:

Schon 1852 hoch technisch ausgerüstet:

Wie unser Mitglied der "Freunde der Freiwilligen Feuerwehr Aubing", Herbert Liedl recherchiert hat, waren wir schon 1852 auf technisch neuestem Stand:


"Die vormalige Gemeinde Aubing (1818-1942) hat ausweislich der Gde-Rechnung für das Jahr 1852 aus dem Haushaltstitel "Für die Sicherheit" dem "bürgerlichen Mechanicus Hrn. Ertl in München für eine auf Rechnung der Gemeinde Aubing angeschaffte Feuer-Löschmaschine 990 fl."  (=Gulden) in zwei Raten bezahlt. Dabei dürfte es sich um die in dem Text zur Geschichte genannte Spritze gehandelt haben. Dem Mathias Sedlmair in Unterschweinbach, kgl. Landgericht Bruck hat die Gemeindekasse für zwei Feuerleitern 3 fl. und 18 Kreuzer bezahlt.

Quelle: Stadtarchiv München, Vororte, Aubing Nr. 685 (Gemeinderechn. des 19. Jhdts.)"

 

Schon 1856 erfolgreich:

Die Tatsache, dass die Aubinger Feuerwehr in Wirklichkeit bedeutend älter als ihr Gründungsdatum 1882 ist, beweisen nicht nur die Unterlagen der Bundesbahn (Torfbrände durch glutspeiende Lokomotiven im Aubinger Moos) und die Brandselbsthilfe der Aubinger Bauern, sondern auch amtliche Aufzeichnungen. So richtete mit Datum des 4. Oktober 1856 das "Königliche Landgericht links der Isar" betreffs Brand in der Behausung des Gütlers Johann Hintermaier in Untermenzing folgendes Dankschreiben an die Gemeinde Aubing. "Nachdem die Löschmaschine mit Mannschaft der Gemeinde Aubing bei dem am 29. (Anmerkung: Monatsbezeichnung konnte nicht entziffert werden) bei dem Gütler Johann Hintermaier zu Untermenzing entstandenen Brande so frühzeitig erschien und so sehr zur Unterdrückung dieses Brandes beitrug, daß namentlich deren thätigen Beihilfe die Rettung der bedrohten Nachbarhäuser zu verdanken ist, so wird hiermit der Gemeinde die vollste Zufriedenheit bezeugt. "Die Aubinger Ökonomen, Gütler und Handwerker hatten offenbar sehr viel für ihre Feuerwehr übrig. Nicht anders ist es zu erklären, daß bereits 1856 eine "Löschmaschine" bei den Aubingern im Einsatz war; die gesamte Ausrüstung der Aubinger Feuerwehrleute scheint in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts sehr modern gewesen zu sein. Supermodern muß folglich auch die 1878 bei der Aubinger Feuerwehr in Dienst gestellte Spritze "nach dem neuen System" gewesen sein, mit der die Aubinger nach Eintrag ihrer Wehr in die Grundliste des Landesfeuerwehrverbandes im Münchner Westen durch Bestleistungen auffielen.

Alarmeinsätze 1882-1992.

In diesen Jahren hat sie dazu beigetragen, Menschenleben vor der Feuersbrunst zu schützen, und Sachwerte zu retten. Vielfältig waren und sind die Einsätze der Aubinger Wehrmänner. Sie können jedoch nicht lückenlos nachgewiesen werden, denn die Dokumentation mußte in den ersten 90 Jahren des Bestehens stets weit hinter der echten Hilfeleistung "herhinken" .

Folglich können in den ersten neun Jahrzehnten der Aubinger Feuerwehrgeschichte nur die bedeutendsten Alarme aufgelistet werden. Verzichtet wird im Rahmen dieser Chronik bewußt auch auf die vielen Fehlalarme und auf die böswilligen Alarme.


1885:

-Zum Einsatz in Allach,wo das Anwesen des "Bäckerbauer" in Flammen steht, wird die Aubinger Feuerwehr am 2.Oktober gerufen. Hier greift sie mit gutem Erfolg ein und verhindert ein weiteres Übergreifen des Feuers. Trotzdem verbrennen vier Pferde und 12 Kühe.

 1887:

-Am 1.Mai wird die Wehr nach Pasing zu einem

großen Brand gerufen und ist nach 24 Minuten spritzbereit.

Die Löschmaschine funktioniert so gut, daß sich zwei andere

Feuerwehren mit Schläuchen anschließen können.

 1888:

-Das Anwesen Josef Kaufmann ("Zum Haid") brennt am

27.Dezember. Durch das schnelle Eingreifen der Feuerwehr wird

der Stadel gerettet, der direkt an das Haus angebaut war und in

größter Gefahr stand.

 1892:

-Das Anwesen Glas ("Zum Dandler") steht am 20.September

in Flammen. Durch das rasche Eingreifen wird das Anwesen

Reindl ("Zum Metzger") vor dem Feuer verschont.

 1893:

-Das Anwesen Fischer sowie das Haus Sattler ("Zum Mandl")

brennen an 15.August ab. Die Aubinger Feuerwehr rückt zum

Löscheinsatz aus.

- Am Kirchweihsamstag bricht in dem Anwesen

Quirin Seemüller Feuer aus. Durch schnelles Eingreifen der Aubinger

Feuerwehr bleibt das Anwesen Pfundstein vor der Feuersbrunst

verschont.
 
 1894:

-Der Blitz schlägt am 24.April in das Anwesen Liedl ("Zum Waldl")

ein und verursacht einen Brand. Dieser wird von der Feuerwehr "Alsbald bei strömendem Regen gelöscht", so die Chronik.

- Das Anwesen Rasse in Langwied wird vom "roten Hahn" am 15.Mai heimgesucht. Nachdem das

Feuer gelöscht war kommt ein "fürchterliches Gewitter, so daß die ganze Mannschaft zerstreut wird und jeder einzeln heimkommt."

- Am 25.August brennen das Haus Glas ("Zum Mundes") und das Anwesen "Zum Gerner" nieder. Damit letzterer Brand Zunder bekam, trug ein Mann immer noch Stroh hinzu, bis ihm die Gendarmerie auf die Schliche kam - so die Chronik.

1895:

-Das Anwesen Reindl brennt am 21.Januar nieder. nur durch den schnellen Einsatz der Aubinger Wehr können die Nachbargebäude gerettet werden.

- Am 12.Mai brennt beim Denk in Lochhausen ein Strohhaufen. Auch hier greift die Aubinger Feuerwehr ein.

- Der Stadel der Ziegelwerke Heidelberg in Lochhausen steht im August in Flammen. Wegen Wassermangels ist ein Eingreifen nicht möglich.

- Ein Stadel der Gutsverwaltung in Freiham brennt am 20.Oktober.

1914:

-Vollständig nieder brennt der Stadel von Georg Metz am 24.August. Durch das rasche Eingreifen der Aubinger Wehr kann eine Ausbreitung des Feuers verhindert werden.

- Vier Tage später, am 28.August, kräht der "rote Hahn" über Stall und Stadel von Josef Seeholzer ("Zum Bäcker Maier"). Auch hier verhindert die Feuerwehr eine Ausweitung des Brandes.

- Bei Josef Preis brennt es am 13.September die Nachbarschaft ist stark bedroht, wird aber durch die Feuerwehr erfolgreich vor dem Feuer abgeschirmt.

1916:

- Der Stadel von Josef Fischer wird im August ein Opfer der Flammen und kann trotz schnellen und wirkungsvollen Einsatzes der Feuerwehr nicht mehr gerettet werden.

1920:

-Lichterloh brennt am 3.August der Getreidestadel von Josef Preis.

Nur durch günstigen Ostwind und das schnelle Eingreifen der

Aubinger Feuerwehr kann ein größeres Unglück verhindert werden.

1922:

-Am 22.Juli brennt das Kesselhaus der chemischen Fabrik Aubing.

1926:

-Das Anwesen Johann Mayr fängt am 12.November Feuer.

Durch den guten Ausbildungsstand der Aubinger Feuerwehr kann

das Feuer trotz ungünstiger Windverhältnisse schnell unter

Kontrolle gebracht werden.

1927:

-Im Anwesen des Ökonomen Josef Seemüller brennt es

am 6.März: Stall und Scheune sind unrettbar verloren. Die Aubinger

Feuerwehr schützt das Wohnhaus vor den Flammen und bringt das

Vieh in Sicherheit.